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Quellenangaben
Literatur

Effekte des "Frühen Babyschwimmens"

Auch wenn die Regenbogenpresse dies immer wieder glauben machen möchte, sollen im Babyschwimmen nicht besonders große, schnelle oder intelligente Kinder herangezogen werden. Solche Vorurteile entstehen, weil die im Wasser trainierten Kinder in den ersten fünf Lebensmonaten schneller an Gewicht zunehmen, ein anderes Kopf- und Skelettwachstum haben und eher laufen können. Ihre buchstäbliche Angstlosigkeit und Neugier macht sie allerdings zu anstrengenden Mitbürgern, die von den Eltern oft vor ihrer eigenen Courage geschützt werden müssen.




Vergleich Land- / Wasser-Geborene

Beim Vergleich der an Land und im Wasser geborenen Babys zeigen besonders die Jungen erhebliche Entwicklungsunterschiede. Diese Beobachtungen (»Wasserbaby-Studie« der Eltern-Initiative Wasserbabies seit 1994) lassen den Schluss zu, dass die männlichen Neugeborenen offensichtlich unter der herkömmlichen Geburtshilfe (»Programmierte Geburt«, Rückenlagengeburt, Blasensprengungen, Einleitungen) mehr leiden als die Mädchen. Die besondere Empfindlichkeit der Jungen schlägt sich bekanntermaßen auch im Ausgleich der Geschlechter im vierten Lebensjahr nieder (Geburtenrate: 105 Jungen zu 100 Mädchen, 4. Lebenjahr: 100 Jungen zu 100 Mädchen). Umgekehrt haben die Wasserbaby Jungen eine besonders große Gewichtszunahme, große Köpfe und eine ausgeprägte Muskulatur.




Skelett

Auch die Skelettstrukturen sind schneller entwickelt, wenn ein Baby von Geburt an im Wasser sein darf. Während normalerweise die gerundete, pränatale Wirbelsäulenform bis zum 12. Lebensmonat gestreckt wird, kann sich ein Wasserbaby schon in der Hälfte der Zeit aufrichten. Die Knochen der unteren Körperhälfte sind in den ersten Lebensmonaten mit größeren Zwischenfugen versehen als die Knochen des Oberkörpers. Bei der Geburt entstandene Dislokationen können sich hier also leichter zurückbilden.




Halswirbelsäule

Die Halswirbelsäule dagegen ist für Verletzungen am empfindlichsten, weshalb die Berührung des kindlichen Genickes für die Eltern verboten sein sollte. Auch die so genannte »Entwicklung der Schädellage« durch Hebammen und Ärzte setzt einige Verletzungen, die manchmal als K.I.S.S. (H. Biedermann 1996) diagnostiziert, oft aber nicht erkannt werden. Im Babyschwimmen fallen diese Kinder durch eine eingeschränkte Beweglichkeit von Kopf und Schultern auf. Das Wassertraining nach der Geburt bietet hier spontane Heilungschancen.




Trisomie-Kinder

Auch Trisomie-Kinder profitieren vom Wasser erheblich. Nicht nur, dass sie bekanntermaßen leidenschaftliche Wasserratten sind, sondern auch das spielerische Muskeltraining, die vom Wasser unterstützte Ossifizierung und das Atemtraining verbessern einige Schwächen. Obwohl das Babyschwimmen keine Therapie ist, sind seine Grenzen fließend! Viele Eltern entdecken selbst die unterstützende Wirkung des Wassers und nutzen diese bei der täglichen Mühe, ein gehandicaptes Kind aufzuziehen. Hebammen können diesen Eltern mit dem Wassertraining gleich nach der Geburt wertvolle Hilfen anbieten.




Primäre Gesundheit

In den ersten Lebensjahren ist die Entwicklung eines Kindes von seiner primären Gesundheit geprägt (M. Odent 1986, 2000). Die primäre Gesundheit eines Kindes beurteilt man vor allem anhand der Stabilität des Herz-Kreislauf-Systems, der Adapationsfähigkeit und der Atemorgane im ersten Lebensjahr.

Ein Rückstand in der körperlichen Entwicklung während der ersten fünf Lebensmonate zieht einen Rückstand für die weitere Entwicklung nach dem ersten Lebensjahr nach sich (Umrechnung: 1 Monat = 1 Jahr ), mit dem vierten Lebensjahr haben die meisten betroffenen Kinder den Durchschnitt ihrer Altersgenossen eingeholt. Die häufigsten Beeinträchtigungen der frühkindlichen Entwicklung sind also in den ersten vier Lebensmonaten zu suchen. In dieser Phase kann das »Frühe Babyschwimmen« therapeutisch wirken. Daher bietet es sich für die Hebamme an, jedem Baby seine individuellen Wasserübungen auf den Leib zu schneidern.




Atemsystem

Das unausgereifte Atemsystem eines Neugeborenen macht ab etwa dem zweiten Lebensmonat einige Veränderungen durch. Während bis dahin nur die Brustatmung möglich war, lernt es nun auch die tiefe Bauchatmung mit einer. Restbelüftung im oberen Drittel der Lunge. Dazu sinkt der Kehlkopf des Babys zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat hinunter und verliert damit den Kontakt zur Gaumenplatte. Dies ist der Zeitpunkt, an dem der Saugreflex nicht mehr durch Berührung des Reizpunktes am oberen Gaumen ausgelöst werden kann. Das Baby muss eine Saugtechnik des »Melkens« gelernt und automatisiert haben. Inzwischen ist auch der Atemreflex verblasst und die motorische Steuerung sollte ausgebildet sein. Obwohl ein Baby ab dem dritten Monat durch den Mund atmen kann, sind seine Reflexe noch immer die eines reinen »Nasenatmers«, auch wenn sie bereits in einen Automatismus umgewandelt wurden.




Plötzlicher Kindstod

Gerade diese Zeit der Umwandlung ist für den »Plötzlichen Kindstod« eine sensible Phase. »90% aller SIDS-Todesfälle ereignen sich zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat« (E. Crelin 1970). Konnte ein Baby bis zu dieser Umwandlungsphase der Atemwege die Tauchreflexe anwenden, dann wird es die Adaption an die neue Organisation schneller bewältigen. Das Tauchen hilft einem Baby, seine Atemtechnik sicher und schneller zu automatisieren, deswegen sind Wasserbabys besonders gut vor dem plötzlichen Kindstod geschützt.




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