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Nach der Geburt
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Nach der Geburt

Schon in der Planungsphase sollte die Frau mit ihrer Hebamme besprechen, wie sie die Nachgeburt hervorbringen will. Die meisten Frauen sind später allerdings so sehr mit dem Baby beschäftigt, dass sie nicht mehr daran denken.

Die Hebamme beobachtet dann selbst die Anzeichen für die Ablösung der Plazenta, die im Wasser allerdings weniger deutlich ausfallen: Es tritt nur gelegentlich eine Lösungsblutung auf Danach sollte die Nachgeburt zügig geboren werden. Die Hebamme wird sie auf die Vollständigkeit von Gewebe und Eihäuten überprüfen. Das Abnabeln, nicht anders als bei einer konventionellen Geburt, wollen viele Eltern selbst durchführen. Einige benötigen dabei jedoch die Unterstützung der Geburtshelfer.




Glücklich gemeinsamer Erholungsschlaf

Alles in Ordnung?

Die erste Untersuchung, ob das Baby wohlbehalten zur Welt gekommen und gesund ist, erfolgt gleich nach der Geburt: Wie lange hat es gedauert, bis das Kind seinen ersten Atemzug getan hat? Wie lebhaft bewegt es sich und wie schnell wird seine Haut rosig? Gewicht, Größe und Kopfmaße werden erst später genommen. Außerdem wird das Kind auf Verletzungen oder Fehlbildungen und die Funktion seiner Reflexe untersucht.

Wasserbabys zeigen noch weitere Merkmale für eine schadlos überstandene Geburt: Gesunde Kinder öffnen schon im Wasser die Augen, noch bevor der ganze Körper geboren wurde. Ein Baby, das während der Geburt ausreichend mit Sauerstoff durch die Nabelschnur versorgt wurde, kommt durch Schwimmbewegungen oder den natürlichen Auftrieb sofort an die Wasseroberfläche. Seine Bewegungen im Wasser sind rund und geschmeidig, die einzelnen Zehen kann es unabhängig voneinander bewegen. Wenn es am Hinterkopf gestützt wird und im Wasser schwebt, kann das Kind seinen Körper selbständig drehen, Genick- und Rückenmuskulatur sind unbeeinträchtigt vom Wehendruck. In der Bauchlage kann es den Kopf ohne Probleme über die Schulter hinaus drehen. Zeigt das Baby eines dieser Merkmale nicht, sollte man mit ihm regelmäßige Bewegungsübungen machen, am Besten täglich und im Wasser. Kleinere Einschränkungen der Beweglichkeit sind schon nach wenigen Tagen behoben.

Zahlreiche Erfahrungen mit Hausgeburten zeigen, dass eine Neugeborenen-Gelbsucht (Ikterus) nach einer Wassergeburt seltener auftritt als bei in der Klinik geborenen Kindern. Ursache für eine Gelbsucht ist nicht nur der Abbau von überschüssigem Blut, sondern auch die Belastung der Neugeborenen mit Medikamenten, zu seltenem Stillen und mangelndem Tageslicht. Diesen Kindern kann das Wasser zusätzlich helfen, weil es die Ausscheidung von Abbauprodukten unterstützt.




Wochenbett nach einer Wassergeburt

Innerhalb der ersten Stunde nach der Entbindung tritt eine starke Blutung auf, die so genannte Reinigungsblutung. Sie dient zum Ausschwemmen von körperfremden, kindlichen und überflüssigen Rückständen in der Gebärmutter. Sowie die sturzartige und heftige, aber nur Sekunden andauernde Blutung zum Stillstand kommt, kann die Frau duschen und sich zu ihrem Baby legen. Der enge körperliche Kontakt des Kindes mit seiner Mutter gewährleistet die Stabilisierung der Grundfunktionen seines Körpers: Die mütterliche Atemfrequenz gibt einen stabilen Rhythmus vor, an dem sich das Kind mit dem eigenen Atmen orientieren kann.




Friedlich und entspannt beim Traum vom " Abenteuer Leben"

Der niedrige Sauerstoffgehalt der von der Mutter ausgeatmeten Luft provoziert das Kind zusätzlich, neu einzuatmen. Durch die Körperwärme der Mutter muss der kindliche Körper darüber hinaus weniger „heizen", verbraucht also sehr viel weniger Energie und kann so seine ohnehin noch beschränkten Energiereserven schonen.

Nach etwa zwölf Stunden wird die Frau noch einmal stärker bluten: Ein Blutgerinnsel, das die Wunde der Gebärmutter an der Stelle der Plazenta verschlossen hat, wird nun ausgestoßen. Erst danach kann die Heilung der Gebärmutterwand beginnen und eine neue Schleimhaut gebildet werden. Von jetzt an bis etwa zum dritten Tag nach der Geburt wird die Blutung vor allem während des Stillens regelstark sein. Ab dem 14. Tag können die meisten Frauen nach einer Wassergeburt wieder ins Schwimmbad gehen.

Bei den Müttern, die während des Wochenbetts oft ins Wasser gehen, um mit ihrem Kind darin Bewegungsübungen zu machen, verheilen Wunden an Damm und Scheide besonders schnell. Mutter und Kind dürfen zusammen das Baden während des Wochenbettes unbeschwert genießen.




Angst vorm Wasser?

Wenn ein Neugeborenes ins Wasser fällt, blockieren seine oberen Atemwege automatisch, und es nutzt Reflexe und natürlichen Auftrieb, um an der Wasseroberfläche sofort die Rückenlage einzunehmen. Seine Augen hält es dabei immer offen. Unter Wasser lässt es mit dem Ausatmen einen Teil des Kohlendioxids hinaus. Dadurch kann es länger unter Wasser bleiben. Erst wenn sein Luftvorrat zu Ende geht, rudert es mit den Beinen. Schafft es den Aufstieg zur Wasseroberfläche damit noch nicht schnell genug, nutzt es auch die Arme zum Schwimmen. Ein Baby spart unter Wasser also intuitiv Sauerstoff.

Angst vor der Wassertiefe lernt ein Baby frühestens mit sieben Monaten kennen, denn erst dann verändert sich seine Orientierung im Raum, wenn es die aufrechte Haltung, Stehen und Laufen lernt. Auch gute Schwimmerbabys müssen diese Phase der so genannten Sieben-Monats-Angst durchmachen. Da sie bereits das aktive Auftauchen beherrschen, ist diese Phase jedoch schnell überwunden.




Angst ein unbekanntes Wort

Menschen ertrinken aufgrund von Stressreaktionen der Lunge, die Wasserbabys häufig nicht kennen. Babys, die im Wasser geboren wurden, besitzen in den ersten Monaten einen zusätzlichen Schutzreflex, mit dem sie die Rückenlage im Wasser einnehmen. Sobald ihr Gesicht Wasserkontakt hat, wird ebenso reflexgesteuert die Luft angehalten.

Untrainierte Menschen, Erwachsene wie Babys, können bis zu fünf Sekunden den Atem anhalten. Diese Zeit reicht für ein Baby aus, um mit Hilfe des natürlichen Auftriebs aus 1,25 Metern Wassertiefe aufzutauchen. Erfahrungen aus dem Babyschwimmen haben gezeigt, dass die Angst der Erwachsenen sich im Wasser leicht überträgt. Deshalb sollten ängstliche Eltern sich vorher gründlich mit der eigenen Wasserangst auseinandergesetzt haben. Weil der mütterliche Schutzimpuls die eigenen Wasserängste sehr verstärken kann, sind Väter in den ersten zwei Monaten nach der Geburt manchmal die besseren Wassertrainer. Sie nutzen dabei gerne die intensive Kommunikation mit ihren Kindern.




Rückenlage im Wasser ein ange- borener Schutzreflex

Das Wassertraining

Das Wassertraining für Neugeborene ist die Fortführung und Weiterentwicklung ihrer vorgeburtlich erworbenen Fähigkeiten. Es hat vor allem das Ziel, die körperliche und geistige Entwicklung des Babys zu fördern, und sollte bereits mit der Geburt beginnen.

Viele Babys protestieren anfangs gegen die „Anstrengung", die man von ihnen verlangt. Schon nach dem zweiten Tauchgang fangen sie aber meist an, Gefallen an dem Spiel zu finden. Entwickelt ein Kind allerdings Angstgefühle, sollte man das Training sofort abbrechen und solange pausieren, bis die Ursache gefunden und abgestellt ist. Nach zwei Wochen haben die meisten Neugeborenen die Voraussetzungen für den ersten Schwimmbadbesuch erworben. Die Eltern verstehen ihr Kind bis dahin so gut, dass sie in der Lage sind, die Sicherheit des Babys im Wasser zu gewährleisten. Trotzdem sollte aber die Aufsicht durch eine erfahrene Fachkraft nie fehlen. Fragen Sie daher Ihre Hebamme nach geeigneten Kursen.




Schwerelosigkeit im Wasser fördert die Aktivität der Gliedmaßen

An erster Stelle steht immer die Freude an der Bewegung im Wasser und es gilt genau abzuwägen, was dem Baby gut tut oder wann man mit einer Übung aufhören sollte. Vorhandene Eigenschaften und Fähigkeiten des Kindes zu erkennen und zu wecken, ist Aufgabe der Eltern, die deshalb auch die besten Übungsleiter beim Wassertraining sind. Ziel des Wassertrainings ist die körperliche Stabilisierung des Kindes, die Anpassungsfähigkeit seines Körpers an verschiedene Lebensbedingungen und die seelische Entspannung durch Spaß und Spiel.




Begeisterung bei Beiden

Stillen im Wasser

Das Stillen im Wasser kann in das Wassertraining integriert werden: Zunächst legt sich die Mutter ins Badewasser und stillt ihr Baby, das auf ihrem Bauch liegen sollte, indem sie sein Köpfchen über dem Wasser festhält. Im warmen Wasser fließt die Muttermilch besonders gut und das Kind braucht also nicht so stark zu saugen. Es kann sich im Wasser sehr viel besser entspannen und so viel mehr trinken. Das Stillen im Wasser ist außerdem eine gute Methode, den Milchfluss nach Brustentzündungen oder einem Milchstau wieder anzuregen.

Im nächsten Schritt hält die Mutter das Kind beim Stillen nicht mehr im Arm, sondern stützt nur den Kopf des Babys an ihrer Brust. Sie setzt oder legt sich jetzt so hin, dass ihr Baby frei im Wasser schwimmen kann.




Stillen im warmen Wasser weniger anstrengend für das Kind

Das Stillen im Wasser eignet sich damit besonders für kleine und schwache Kinder, zum Beispiel Frühgeborene. Sie trainieren damit ihre Saugtechnik und regen gleichzeitig die mütterliche Brust zur stärkeren Milchbildung an. Im Wasser gestillte Frühgeborene holen so das durchschnittliche Gewicht ihrer Altersgruppe normalerweise in den ersten zwei Monaten ein.

In der dritten Stufe des Stillens im Wasser lernt das Baby, beim Saugen gleichzeitig unterzutauchen. Die Mutter drückt zunächst den kindlichen Kopf so fest an ihre Brust, dass es beim Trinken die Luft anhalten muss. Trinkt ihr Baby trotzdem weiter, kann sie beim nächsten Mal langsam mit dem Körper unter Wasser gehen und wieder auftauchen. Wichtig ist dabei, die Bewegungen mit Ruhe auszuführen und einen gleichmäßigen Rhythmus einzuhalten, damit das Baby abschätzen kann, wann es die Luft anhalten muss. Auf diese Weise lernt es kontrolliert und rhythmisch zu atmen, was zusätzlich zu seiner Entspannung beiträgt. Hebammen, die Wassergeburten begleiten, setzen das Stillen im Wasser deshalb auch im Rahmen von Therapien ein.




"Der sanfte Weg" als Taschenbuch

Die vorliegenden Seiten "Wassergeburt - Der sanfte Weg" von Cornelia Enning, sind auch in gedruckter Form, illustriert mit 48 Seiten als Taschenbuch erhältlich (ISBN 3-8025-1422-X).

Ausführlicher finden Sie den Ablauf in "Erlebnis Wassergeburt" von Cornelia Enning, Hardcover, 152 Seiten (ISBN 3-8025-1525-0)




Blick ins Buch




"Erlebnis Wassergeburt" - der Ratgeber

Immer mehr Eltern entscheiden sich für eine besonders entspannende und flexible Form der sanften Geburt - der Wassergeburt .
Schritt für Schritt stellt die Autorin dieses Buches die Grundlagen dieser Geburtsform vor. Detailliert beschreibt die erfahrene Hebamme und Wassergeburtshelferin Maßnahmen und Verhaltensmöglichkeiten in den einzelnen Geburtsphasen. Sie geht auf die Vorbereitung der Geburt ebenso ein, wie auf das anschließende Wassertraining. Die Diskussion zu Risikofaktoren und Gegenanzeigen gibt konkrete Entscheidungshilfen.

Wichtige Kriterien zur Ausstattung des Geburtsraumes sowie Adressen von freien Hebammen, Geburtshäusern und Kliniken, die die Möglichkeit der Wassergeburt anbieten , machen dieses Buch zu einem praktischen und umfassenden Ratgeber.

Cornelia Enning, Hardcover, 152 Seiten, ISBN 3-8025-1525-0




Erlebnis Wassergeburt Hardcover, 152 Seiten




rechtlicher Hinweis

Die Darstellung von Maßnahmen der Geburtshilfe und ihrer Vorbereitung auf diesen Seiten sind von der Autorin nach bestem Wissen und Gewissen sorgfältig erwogen und geprüft. Die Informationen stellen aber keine Ersatz für geburtsmedizinsche Betreuung dar und sollen nicht zur Durchführung einer Geburt ohne professionelle Hilfe verleiten. Die Autorin bzw. ihre Beauftragten übernehmem keine Haftung für etwaige Personen- und Sachschäden, die sich aus dem Gebrauch oder Missbrauch der auf den Seiten dargestellten Methoden und Verhaltensmaßnahmen ergeben. Bitte suchen Sie eine geschulte Fachkraft unter Hebammen und Geburtshelfern, die Sie bei Ihrer Wassergeburt unterstützen kann.




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